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Was ist Kanuslalom?
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Version 20110604 |
Grundsatz
Der Kanuslalom ist ein Wettkampf, bei dem eine durch Tore vorgeschriebene Strecke auf bewegtem, schnellfließendem Wasser in kürzester Zeit möglichst fehlerfrei zu befahren ist.
Wettkampfstrecke
Von der Start- bis zur Ziellinie darf der Wettkampfparcours zwischen 200 bis zu 400 Meter lang sein. Die Strecke wird mit mindestens 18 und maximal 25 Toren ausgehängt, von denen mindestens sechs Aufwärtstore (Befahrung gegen die Flussrichtung) sein müssen. Die Tore bestehen aus einem oder zwei hängenden Stäben, welche für die Abwärtstore mit grün-weißen Ringen und für die Aufwärtstore mit rot-weißen Ringen markiert sind. Alle Tore müssen in nummerischer Reihenfolge, können aber in jeglicher Art (vorwärts, rückwärts oder quer) von der korrekten Befahrungsseite her, befahren werden.
Strafpunkte
Jede Torstabberührung oder sonstige Torfehler werden in Form von Strafpunkten geahndet, die zur Fahrzeit addiert werden.
0 Strafpunkte
Fehlerfreie Fahrt in vorgeschriebener Fahrtrichtung
2 Strafpunkte
Befahrung eines Tores in vorgeschriebener Richtung mit Berührung eines oder beider Torstäbe.
50 Strafpunkte
Befahrung eines Tores entgegen der vorgeschriebenen Richtung; bei Verlassen eines Tores entgegen der vorgeschriebenen Richtung nachdem der Kopf des Wettkämpfers die Torlinie durchbrochen hat; Berührung eines oder beider Torstäbe ohne nachfolgende Befahrung des Tores; bei Berührung eines oder beider Torstäbe eines der nachfolgenden Tore ohne das korrekte Befahren des aktuellen Tores; bei absichtlichen Wegstoßens eines Stabes um das Tor befahren zu können; bei Ausübung einer Eskimorolle im Tor, wenn das Boot kieloben und der sich unter dem Wasser befindende Kopf des Wettkämpfers die Torlinie durchbricht; bei jedem verfehlten Tor.
Ergebnisberechnung
Es wird folgende Formel angewandt: Ergebnis = Fahrzeit (Sek.) + Strafpunkte. Für die Berechnung der Platzierung wird der bessere der beiden Läufe gewertet. Bei Ergebnisgleichheit zweier oder mehrerer Sportler entscheidet das Resultat des anderen Laufes über die endgültige Reihung.
Ein Beispiel:
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Fahrzeit |
Strafpunkte |
Note |
| 1. Lauf |
141,35 sek. |
2 = 2 sek. |
143,35 sek. |
| 2. Lauf |
138,32 sek. |
2+2+2 = 6 sek. |
144,32 sek. |
| Endergebnis |
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143,35 sek. |
Bootsklassen
Grundsätzlich unterscheidet man im Kanuslalom zwischen dem Kajak und dem Canadier. Der Kajak (K1) wird sitzend mit einem Doppelpaddel fortbewegt und sowohl von männlichen als auch von weiblichen Sportlern gefahren. Der Canadier wird kniend mit einem Stechpaddel gefahren. Den Canadier gibt es als Canadier-Einer (C1) und Canadier-Zweier (C2). Abgesehen vom Canadier-Zweier-Mixed (C2-mixed), einer nationalen Bootsklasse, wird der Einer-Canadier nunmehr auch von weiblichen Sportlern benutzt. Die Boote werden ohne Steuerungseinrichtung gefahren. Richtungsänderungen werden ausschließlich mit dem Paddel vorgenommen. Die Boote sind gegen Wassereinbruch mit einer Spritzdecke verschlossen.
Für die Bootsklassen gelten folgende Mindestmaße:
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K1 |
C1 |
C2 |
| Länge |
3,50 m |
3,50 m |
4,10 m |
| Breite |
0,60 m |
0,65 m |
0,75 m |
| Gewicht |
9,0 kg |
10,0 kg |
15,0 kg |
Kanuslalom bei Olympischen Spielen
Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war Kanuslalom erstmals im Olympischen Programm. Für die Wettkämpfe 1972 wurde in Augsburg ein künstliches Kanuslalom-Stadion gebaut. Es dauerte bis 1992, bis die Slalomkanuten bei den Spielen in Barcelona zum zweiten Mal um Olympisches Edelmetall kämpfen konnten. 1996 wurden die Olympischen Kanuslalom-Wettbewerbe erstmals auf einer Naturstrecke, dem sehr schweren Ocoee River, ausgetragen. Für die Spiele 2000 in Sydney war Kanuslalom ursprünglich aus dem Programm gestrichen worden, wurde dann aber - nach zähen Verhandlungen und unter großem finanziellen Einsatz des Internationalen Kanu-Verbandes (International Canoe Federation, ICF) - wieder ins Programm genommen. 2004 folgten die Spiele in Athen, Peking richtete 2008 Kanuslalom aus und im Jahr 2012 sind die Slalomkanuten in London am Start.
Kanuslalom-Weltmeisterschaften
Weltmeisterschaften im Kanuslalom finden seit 1949 alle zwei Jahre, seit 2001 jedes Jahr statt. Sie werden von der ICF veranstaltet und an einen nationalen Kanuverband vergeben. Die Titelkämpfe werden in Einzel- und Mannschaftswettkämpfen im Kajak-Einer (Damen und Herren), im Canadier-Einer (Damen und Herren) und im Canadier-Zweier ausgetragen. Startberechtigt sind dabei pro Disziplin drei Boote. Die Einzelwettkämpfe sind, wie alle internationalen Meisterschaften und Weltcup-Rennen, in Qualifikation, Halb- und Finale unterteilt. Im Finale kämpfen die besten 10 Boote dann um die Medaillen.
Junioren-Weltmeisterschaften
Seit 1986 werden alle zwei Jahre Junioren-Weltmeisterschaften im Kanuslalom ausgetragen. Bei Junioren-Weltmeisterschaften sind in jeder Disziplin maximal drei Sportler einer Nation startberechtigt, die Sportlerinnen und Sportler dürfen bei Teilnahme das 19. Lebensjahr nicht vollendet haben. Ab 2013 werden Junioren-Weltmeisterschaften dann ebenfalls jährlich stattfinden.
Kanuslalom-Europameisterschaften
Europameisterschaften im Kanuslalom gibt es seit 1995. Die erste Junioren-EM fand 1995 in Liptovský Mikuláš (SVK) statt, die erste Senioren-EM 1996 in Augsburg. Startberechtigt sind hier ebenfalls drei Boote pro Nation und Kategorie. Inzwischen werden jährlich EM bei den Junioren (Alter von 15 bis 18 Jahren), in der U23- und in der Leistungsklasse ausgetragen.
Kanuslalom-Weltcup
Der Kanuslalom-Weltcup ist eine Wettkampfserie aus derzeitig drei Wettkämpfen (Weltcups) plus einer in die Wertung einbezogene offene Kontinentalmeisterschaft (Afrika, Ozeanien, Pan-Amerika oder Asien). Da der europäische Kanu-Verband (European Canoe Association, ECA) einen Start von Nichteuropäern unterbindet, kommt die Europameisterschaft nicht in Betracht und Wertung. Mittels eines Punktsystems werden hier in allen Disziplinen die Weltcup-Gewinner ermittelt.
Kanuslalom-Weltrangliste
Die Weltrangliste ist eine sich stetig im Wandel befindende Rangliste analog der Weltrangliste im Tennis oder anderen Sportarten. Nach einem komplizierten Verfahren werden ICF-Punkte für einen Zeitraum von zwei Jahren für die gefahrenen Weltcups, die Weltmeisterschaften, einige kontinentale Meisterschaften, aber auch Olympische Spiele vergeben. Die drei besten Wertungen (ICF-Punkte) werden zusammengefasst und bilden das Ranking. Welche Rennen in die Wertung einbezogen werden, beschließt die ICF im Vorfeld einer jeden Saison.
Deutsche Meisterschaften
Deutsche Meisterschaften werden in den folgenden Altersklassen ausgetragen:
- Weibliche Schüler A (13-14 Jahre) K1, C1
- Männliche Schüler A K1, C1, C2
- Weibliche Jugend (15 - 16 Jahre) K1, C1
- Männliche Jugend K1, C1, C2
- Jugend C2-mixed
- Weibliche Junioren (17 - 18 Jahre) K1,C1
- Männliche Junioren K1, C1, C2
- Junioren C2-mixed
- Damen Leistungsklasse K1,C1
- Herren Leistungsklasse K1, C1, C2
- Damen und Herren C2-mixed
- Damen Altersklassen K1, C1
- Herren Altersklassen K1, C1, C2
Titel werden in den Einzel- und in den Mannschaftswettbewerben vergeben. Bei den Schülermeisterschaften sind alle Schüler A startberechtigt. Für die Teilnahme an Jugend- und Junioren-Meisterschaften müssen sich die Sportlerinnen und Sportler bei den normalen, bundesoffenen Wettkämpfen durch entsprechende Leistungen qualifizieren. In den Meisterschaften der Leistungsklasse kämpfen nur die Sportler der Leistungsklasse 1, der höchsten Leistungsklasse, um den Titel. Analog zu den internationalen Meisterschaften sind auch die nationalen Titelkämpfe in leicht abgeänderter Form gegenüber der Deutschen Wettkampfbestimmung in Qualifikation, Halb- und Finale unterteilt.
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2012, 1982
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